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Wenn die Willenskraft zu groß wird – Essstörungen motivational betrachtet

Veröffentlicht unter Coaching - 25. Juni 2019
CONVINTO Management Coaching Workshop Specials Willenskraft

Eine weit verbreitete Meinung ist es, dass wir mit genug Willenskraft schon unsere Ziele erreichen. Diese Willenskraft, auch Volition genannt, ist auch notwendig, um unser Ziel zu erreichen. Das Ziel sollte emotional attraktiv sein und selbst erreichbar erscheinen. Denn nur dann entwickelt sich eine starke motivationale Kraft, die uns über den Rubikon schreiten lässt. Dann ist die Willenskraft so groß, dass wir gar nicht mehr anders können, um auf das Ziel hinzuarbeiten. Doch was passiert, wenn die Willenskraft so groß wird, dass sie zum Zwang wird? Dies wurde in einem CONVINTO Coaching offenbar, in dem sich zeigte, dass eine Eßstörung weite Lebensbereiche des Coachees im Schach hilt.

Gerade im Bereich von Essstörungen, wie z. B. die Magersucht, kommt es häufig vor, dass Regulierung der Nahrungsaufnahme einen zwanghaften Charakter entwickelt. Die Betroffenen entwickeln eine starke Angst vor Kontrollverlust.  Dies kann dazu führen, dass sie persönliche Motive und Werte nicht mehr beachten. Die meiste Energie im Leben wird lediglich zur Aufrechterhaltung des gewünschten körperlichen Status eingesetzt.

Essstörungen durch zwanghafte Willenskraft

Sicher ist bei akuten Essstörungen eine professionelle Therapie der richtige Weg. Wenn die Patienten aber wieder über einen vollen Zugang zu ihren persönlichen Ressourcen verfügen, ist ein Blick auf die persönlichen Motive und Werte sehr empfehlenswert. So geschehen in einem unserer CONVINTO Coachings. Es zeigte sich, dass ein Coachee soviel Willenskraft für die Reduktion der Nahrungsaufnahme einsetzt, dass andere Bereiche im Leben in das Gegenteil abrutschten. Das Privatleben verlor sich im Chaos. Um im Job als Führungskraft zu bestehen, wurde weit über das notwendige Maß hinaus gearbeitet. Dies nur, um den Eindruck zu erwecken, man sei belastbar und voll einsatzfähig und eben nicht mit einer einer Eßstörung schwach und angreifbar.

Doch wozu führte dies? Für das Ziel der Anerkennung und dem Wunsch attraktiv zu erscheinen, werden andere Bereiche des Berufs- oder Privatlebens extrem verleugnet. Der Coachee orientierte sich mit dem Essverhalten extrem stark an dem Wert Disziplin. Diese Disziplin entstand allerdings aus einem äußeren und dann auch inneren Zwang. Es zeigte sich in der Selbstreflexion, dass tatsächlich andere Werte und nicht Disziplin für den Coachee wesentlich waren.

Im Verlaufe des Coachings machte der Coachee sich seiner eigenen Motive und Werte bewußt. Er war dadurch in der Lage für alle Lebensbereich neue Handlungen zu entwickeln, die starke Motive ansprachen und in denen er sich an seinen wichtigsten Werten orientieren konnte. Dadurch wurde klarer, dass er sich stärker nach seinen eigenen Bewertungsmaßstäben richten mußte als zuvor. Es ging darum, sich selbst zu erlauben, danach zu leben.

Dies führte dazu, dass er seine Willenskraft und Energie besser und stimmiger auf alle relevanten Lebensbereiche verteilte.

5 wichtige volitionale Kompetenzen

  • Prioritäten setzen: Fokussieren Sie Ihre mentale Energie auf das Wesentliche (statt sich zu verzetteln)
  • Stimmung verbessern: Überwinden Sie emotional belastende Situationen und Rückschläge möglichst schnell und sorgen Sie für eine positive Stimmung (Spaß bei der Arbeit)
  • Vorausschauend planen: Lösen Sie konsequent sachliche und emotionale Probleme und warten Sie nicht, bis sie größer und bedrohlicher werden
  • Selbstvertrauen stärken: Der Kern des Selbstvertrauens ist das Vertrauen in die eigenen Kräfte und Fähigkeiten. Machen Sie sich nicht zu abhängig von der Anerkennung Ihrer Mitmenschen.
  • Selbstdisziplin steigern: Steigern Sie Ihre Selbstdisziplin nicht aus einem äußeren oder inneren Zwang. Wesentlich wirksamer ist eine Selbstdisziplin, die aus dem tieferen Sinn Ihrer Arbeit und Motivstruktur stammt. Nur dann kommen Sie in einen energetische Flow, der sich leicht anfühlt.

Wenn Sie Ihre neuen Handlungen in diese Richtung steuern, dann werden Sie schnell spüren, wie gut es Ihnen gehen wird.

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