Motivation

Machtmotivation: Wie gern herrschen Sie?

Veröffentlicht unter Motivation - 1. Februar 2018
Machtmotivation Coaching Hamburg Sabine Henjes CONVINTO

Zuletzt stand im CONVINTO Blog das Thema Leistungsmotivation im Fokus. Das kennzeichnende dieser Motivationsform ist, dass es sich dabei um ein „Ein-Personen-Spiel“ handelt, so McClelland. Es geht um einen Menschen, der ein bestimmtes Problem bzw. eine Aufgabe bestmöglich zu lösen versucht. Der Lohn ist der bloße Stolz über die eigene erbrachte Leistung. Nun ist es aber so, dass wir in gesellschaftlichen Strukturen und mit anderen Menschen zusammenleben. Daraus resultiert, dass sich in uns auch andere Verhaltensweisen und Bedürfnisse bemerkbar machen. Dazu zählt auch die Machtmotivation. 

Was ist Macht?

„Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance besteht“, so die Definition des deutschen Soziologen Max Weber. Anders ausgedrückt: Person A versucht das Handeln von Person B zu beeinflussen. Gelingt dies, so besitzt Person A Macht über Person B. Den meisten Lesern dürfte diese Situation aus dem Job oder dem Privatleben bekannt vorkommen.  

Die Ausübung von Macht gehört zu den Universalien menschlichen – und tierischen – Zusammenlebens und ist in fast allen Gesellschaftsformen vertreten. Allerdings werden in unserem Kulturkreis Werte wie Selbstbestimmung und individuelle Freiheit besonders hochgeschätzt. Der Einsatz von und vor allem Spaß an Macht werden daher in der Öffentlichkeit eher kritisch betrachtet. 

Machtstrukturen

Machthandeln ist ein zwischenmenschlicher Ablauf. Dabei werden bestimmte Strukturen sichtbar. Folgende Elemente charakterisieren diese zwischenmenschlichen Strukturen: 

  • Motivation des Machthandelns: Die Machtmotivation ist der Bedürfniszustand einer Person A, in anderen Personen B ein konkretes Verhalten hervorzurufen. Dieses Bedürfnis lässt sich nur dadurch stillen, wenn die anderen Personen / die andere Person dieses Verhalten tatsächlich zeigen.
  • Widerstand: Person B möchte die von Person A geforderte Handlung nicht ausführen. Dieser Widerstand setzt ein dynamisches Machtgeschehen frei.  
  • Machtquellen: Der durch Person B geleistete Widerstand veranlasst Person A zum Einsatz von Machtquellen. Hierbei kann es sich um körperliche oder geistige Überlegenheit handeln. Auch die Rolle von A kann hier eine von Bedeutung sein, z. B. durch rechtliche oder wirtschaftliche Möglichkeiten.  
  • Machthemmung: Der Einsatz oder die Wahl der zur Verfügung stehenden Machtquellen können durch verschiedene Elemente beeinflusst werden. So können andere Werteüberzeugungen ein hartes Durchgreifen verhindern und Person A außerdem in der Machtausübung hemmen. 
  • Machtmittel: Welche konkreten Mittel zur Ausübung von Macht gewählt werden, hängt von den eingesetzten Machtquellen ab. Auch das erwartete Ziel und zur Verfügung stehende Ressourcen beeinflussen die Wahl der Mittel. Hier kann es von Drohung und Zwang bis hin zur Überredung und Versprechungen reichen. 
  • Machtwirkungen: Hierbei handelt es sich um die Auswirkungen, die Machthandeln hervorrufen können. Machtwirkungen können Zustimmung, Respekt, Zorn etc. bei Person B auslösen. Die machtausübende Person wiederum kann das Gefühl mächtig zu sein oder auch Angst vor Rache empfinden. 

Reifestadien des Machtmotivs

Die Ursache zur Ausübung von Macht ist die Machtmotivation. Ihr zugrundeliegend ist das Machtmotiv, das in jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Um die verschiedenen Ausprägungen sowie Stadien des Machtmotivs besser greifen zu können, dient das Vier-Felder-Schema McClelland als Orientierung. Jenes beschreibt, wie und wohin sich Machtmotivation in einem Menschen entwickeln kann und hilft zu deuten, wo Menschen bevorzugt Machterlebnisse erfahren. In einer kompakten Zusammenfassung lassen sich die vier Phasen folgendermaßen kategorisieren: 

  • Stadium 1: In diesem Zustand geht es um das Gefühl von Stärke, Macht, Bedeutsamkeit etc. Dieses Gefühl kann durch das Zusammenleben / Zusammenarbeiten mit einer mächtigen Person ausgelöst werden. Das eigene Ausüben von Macht spielt hier keine größere Rolle. 
  • Stadium 2: Diese Phase beschreibt den Wunsch nach Eigenständigkeit. Macht wird durch sich selbst erlebt und außerdem braucht keine anderen Mächtigen. 
  • Stadium 3: Stärke wird durch die Einflussnahme auf andere erlebt. Das Gefühl von Macht sowie Größe entsteht durch das Lenken anderer. 
  • Stadium 4: Hier liegt die Quelle der Macht in etwas übergeordnetem, einer höheren Idee, Autorität oder Gottheit. Dieses Machtstadium lässt sich besonders in religiösen Kontexten beobachten. 
Machtmotiv Stadien Coaching Hamburg Sabine Henjes CONVINTO

Stadien des Machtmotivs

Jetzt müssen Sie herausfinden: Wie gern – und warum – herrschen Sie?