Umgangsformen

Gesellschaftlicher Wertewandel – Bitte ohne Wertung!

Veröffentlicht unter Umgangsformen - 17. August 2017
Wertewandel CONVINTO

Werte sind etwas ganz Persönliches. Dennoch prägen gemeinsame Werte ganze Gesellschaften, Normen, die uns verbinden. Diese sind allerdings nicht bleibend. Sie sind ständig in Bewegung und werden von diversen Faktoren, wie z. B. wirtschaftliche, technologische und kulturelle Entwicklungen beeinflusst. Über die letzten Jahrzehnte haben in Deutschland einige Wertewandel stattgefunden. Und mit jedem Wertewandel kommt definitiv auch eins: die Bewertung dieser „neuen Werte“.

Wertewandel im Überblick

Generationsforscher sprechen im Zuge unserer modernen Gesellschaft in der Regel von sechs Generationen:

  1. Nachkriegsgeneration geboren 1935 – 1945
  2. Wirtschaftswundergeneration geboren 1946 – 1955
  3. Babyboomer geboren 1956 – 1965
  4. Generation Golf geboren 1966 – 1980
  5. Generation Y geboren 1981 – 1999
  6. Generation Z geboren ab 2000

Während die Nachkriegsgeneration Werte wie materielle Sicherheit und harte Arbeit hochhielt, wollte die Wirtschaftswundergeneration sich selbst verwirklichen und stärker einbringen. Klassische Züge der Menschen der Generationen Babyboomer und Golf sind ein starkes Bedürfnis nach Wohlstand und Karriere.

Ein recht drastischer Wertewandel unterscheidet die Menschen, die vor bzw. nach 1981 geboren wurden. Die Generation Y hat ein deutlich geringeres Verlangen nach Materiellem. Für Menschen zwischen 18 und 36 zählt vor allem eine ausgewogene Work-Life-Balance. Diese Generation gilt als postmaterialistisch. Der Wunsch nach genügend Freizeit ist höher als das Streben nach Spitzengehältern.

(vgl. Interview mit Prof. Dr. Peter Fischer in „Report Psychologie“)

Problemgenerationen Y?

Die neuen Werte der jüngeren Generationen wurden in den letzten Jahren viel diskutiert. Und kaum eine Generation ist aktuell einer solch starken Bewertung ausgesetzt, wie die Generation Y. Junge Menschen mit ihrem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung werden häufig in die Schublade der auf sich selbst fokussierten Kritiker  gesteckt. Es fallen Schlagworte „realitätsfern“ und „egoistisch“.

Allerdings ist es mehr als fraglich, die neuen Werte mit so negativ besetzten Begriffen zu deklarieren. Es ist nicht richtig, Werte zu bewerten. Oder schlimmer: Menschen aufgrund ihrer persönlichen Werte abzuwerten.

Fakt ist, dass Unternehmen sich auf die Folgen, die der Wertewandel nach sich zieht, einstellen müssen. (Potenzielle) Arbeitnehmer haben völlig andere Ansprüche an ihre Arbeitsstelle. Immer mehr Menschen wünschen sich heute Home-Office, Teilzeit oder die Möglichkeit eines Sabbatical.

Für viele Unternehmen klingen diese Ansprüche jüngere Arbeitnehmer schwierig. Allerdings fordern die Mitzwanziger nicht nur – sie haben auch etwas anzubieten. Das Bildungsniveau der jungen Leute ist auf einem Rekordhoch. Die Generation Y ist also nicht nur anspruchsvoll, sondern auch fachlich kompetent und bestens ausgebildet.

Wertewandel als Chance

Den derzeitigen Wertewandel als Problem abzutun, wäre zu einfach. Es ist richtig, dass unterschiedliche Mentalitäten Konfliktpotenzial innehalten.

Aber es ist ebenso richtig, dass Vielfältigkeit belebend wirkt. Dafür ist es hilfreich, sich in Andere hineinzuversetzen und gelegentlich zu fragen: Was ist Dir im Leben wichtig? Anstatt Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen und Zielen be- oder gar abzuwerten, sollte voneinander gelernt werden. Und von dem bunten Potpourri an Stärken kann kräftig profitiert werden. Sowohl auf unternehmerischer als auch auf persönlicher Basis.

 

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