Kommunikation

Das Johari-Fenster: Wie gut nehmen Sie sich wahr?

Veröffentlicht unter Kommunikation - 11. Oktober 2017
Johari-Fenster CONVINTO

Hand auf’s Herz: Haben Sie schon einmal von dem „Johari-Fenster“ gehört? Wenn Ihre Antwort an dieser Stelle „Nein“ lautet, dann lohnt es, es kennenlernen. Denn wem das Johari-Fenster bekannt ist, hat gute Chancen, sich selbst und andere viel besser wahrzunehmen.

 

 

Die vier Fenster des Johari

Bei dem Johari-Fenster handelt es sich um ein Modell zur Darstellung des Zusammenspiels  von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Entwickelt wurde es 1955 von den amerikanischen Psychologen Joseph Luft und Harry Ingham, weshalb das Fenster diesen ungewöhnlichen Namen trägt. Seit Jahrzehnten gehört das Johari-Fenster zu den führenden Methoden, um die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung eines Menschen darzustellen. Um diese Abweichungen herausarbeiten zu können, werden alle nötigen Informationen in vier Feldern veranschaulicht: 

  • Öffentlich: Unter dieses Merkmal fällt alles einer Persönlichkeit, das sowohl der Person selbst als auch anderen bekannt ist. Es handelt sich um die Charakteristika, die ein jeder preisgibt und welche von Außen auch wahrgenommen werden.
  • Geheim: Geheim ist alles, was ein Charakter nicht von sich offenbart. Dabei sind diese Merkmale dem eigenen Ich zwar bekannt, werden nach Außen jedoch wissentlich oder unwissentlich verborgen.
  • Blinder Fleck: Der blinde Fleck beschreibt jene Merkmale, die ein Mensch nach Außen sendet, ohne, dass es ihm selbst bewusst ist. Das heißt, andere machen Verhaltensmuster und Wesenszüge aus, die eine Person bei sich selbst überhaupt nicht wahrnimmt.
  • Unbekannt: Unbekannte Merkmale sind jene Charakteristika, die weder eine Person selbst, noch sein Umfeld kennt. Dieses Feld beschreibt unentdecktes Gebiet einer Persönlichkeit, das häufig Unbewußtes 

Gefahrenherd „blinder Fleck“

Besonders ausschlaggebend für eine gelungene Beziehung und erfolgreiche Kommunikation mit anderen Menschen ist die Größe des „blinden Flecks“. Ist dieser nämlich groß – sprich wissen wir nicht, wie wir auf andere wirken – können Konfliktherde entstehen. Denn wenn der eine vom anderen nicht weiß, was er möchte, kann man sich auch schwer verständigen. 

Beispiel: Ein Mitarbeiter möchte im Büro durch Kollegen bei einem Projekt unterstützt werden, wird aber von allen abgewiesen. In diesem Fall könnte der Grund in einer abweichenden Selbst- und Fremdwahrnehmung liegen. Während der Hilfesuchende der Meinung ist, angemessen nach Unterstützung gefragt zu haben, können sich seine Kollegen mit Vorwürfen konfrontiert oder sich ausgenutzt oder nicht wertgeschätzt gefühlt haben. Die Folgen in diesem Fall können sowohl ungenügende Arbeitsergebnisse als auch eine schlechte Büroatmosphäre sein.

Um vergleichbare Situationen zu vermeiden, sollte der „blinde Fleck“ möglichst nicht besonders groß sein. Um diesen zu verkleinern, zu erfahren, wieviel unserer Persönlichkeit „geheim“ oder uns gar „unbekannt“ ist, sollte regelmäßig Feedback eingeholt werden. Auf diese Weise lernen wir uns selbst besser kennen und können unser Selbstbild korrigieren.

Wann Feedback wichtig ist

Sie erkennen, dass ein Feedback nötig ist, wenn Sie z. B. im Berufs- oder Arbeitsleben immer wieder in Konflikte geraten. Auch ein Gefühl der Unzufriedenheit oder Überforderung im Umgang mit anderen Menschen können Indikatoren dafür sein, dass sich eine Rückmeldung über das eigene Verhalten lohnt. Auch im Coaching-Prozess bei CONVINTO kommt es immer wieder vor, dass Coachees lediglich Mutmaßungen über die Wahrnehmung und Erwartungen der Kollegen oder Mitarbeiter anstellen können. An dieser Stelle wird deutlich, dass ein großes Unwissen übereinander herrscht, der „blinde Fleck“ zu groß ist. Auch hier ist dann der professionelle Rat: Bitten Sie um ein Feedbackgespräch! Und das möglichst regelmäßig.

Wie Sie sich auf ein solches Feedbackgespräch vorbereiten können, erfahren Sie in diesem Artikel